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Frühere Ausgaben der Mitteilungen

# 03/2026
Mitteilungen Juni/Juli/August 2026

PDF-Version

01 Tagesfahrt Wuppertal: Rebecca Horn - Emotion in Motion
02 Aus dem Jahresgabenarchiv: Peter Piller
03 Museumscafé: Wir helfen, wo wir können
04 MG_Artfriends: Programm Juni bis September
05 Konzert von Memory Lane im Museumscafé
06 Übrigens ... eine geplante Tagesreise ins Marta Herford
07 Leihgaben des Museums im Marta Herford

08
Rückkehr in die Sammlung - August Macke "Ernte"
09 Hans Holleins Museumsbau: Buchvorstellung, Symposium und mehr

10 Programm
11 Allgemeine Information
12 Impressum



August Macke, Ernte, 1911, Wachskreide auf Transparent-Zeichenpapier, 62,1 x 47,7 cm, Foto: Achim Kukulies





REBECCA HORN - EMOTION IN MOTION
Skulpturenpark Waldfrieden, Wuppertal
Freitag, 26. Juni 2026


Ausstellungsansicht: Rebecca Horn Emotion in Motion,
© VG Bild Kunst, Bonn 2026, Rebecca Horn Estate, Foto: Michael Richter


Nach dem Besuch der wunderbaren Uecker-Ausstellung im Arp Museum Bahnhof Rolandseck ist nun eine Tagesfahrt zum Wuppertaler Skulpturenpark Waldfrieden geplant.

Dort präsentiert Tony Cragg seit dem 14. März unter dem Titel "Emotion in Motion" zahlreiche Werke der 2024 verstorbenen Künstlerin Rebecca Horn (1944–2024).

Die retrospektiv angelegte Schau vereint großformatige Installationen und kinetische Kunstwerke aus vier Jahrzehnten und zeigt in allen drei Ausstellungshallen sowie in der Villa Waldfrieden das vielseitige, medienübergreifende Schaffen einer der bedeutendsten deutschen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts.

Rebecca Horn wurde 1944 in Michelstadt im Odenwald geboren.

Die Arbeit an ihren ersten Körperskulpturen, die sie während ihres Studiums an der Hochschule für bildende Künste Hamburg in den 1960er-Jahren als Kunststoffabformungen umsetzte, führten aufgrund der im Verarbeitungsprozess entstandenen giftigen Dämpfe zu einem langen Krankenhausaufenthalt der Künstlerin.

Aus dieser Erfahrung der Isolation sind Rebecca Horns Körperextensionen entstanden: Objekte, die den menschlichen Körper erweitern und von der Künstlerin in Performances präsentiert worden sind.

Die Thematik von Fragilität, Verletzlichkeit und die räumliche Begrenzung menschlicher Existenz ist zum zentralen Gegenstand in Rebecca Horns Werk geworden.

Fragen nach physischen und metaphysischen Bedingungen des Menschseins, nach Sehnsucht und Begierde übersetzte sie in kinetische Objekte, Malerei, Grafik, Dichtung, Film, Performance, in Bühnenbilder oder ortsbezogene Installationen.

Die Ausstellung im Skulpturenpark Waldfrieden zeigt dreizehn Arbeiten, die zwischen den 1980er- und 2010er-Jahren entstanden sind, darunter großformatige kinetische Skulpturen, die durch ihre Mechanik Klänge erzeugen.

Rebecca Horns Arbeiten sind weltweit ausgestellt worden.

Zur Sammlung des Museum Abteiberg gehört die große Bodenarbeit "Black Bath – Two Waves Gentley Touching Each Other (Schwarzes Bad – Zwei Wellen, die einander sanft berühren)" von 1986, die bereits 1990 mit Unterstützung des Landes NRW sowie des Museumsvereins erworben werden konnte.

Nach einer Führung durch die Ausstellung ist die gemeinsame Mittagspause im Café Podest geplant.

Anschließend bleibt ausreichend Zeit zu einer individuellen Erkundung des Skulpturenparks.

9:15 Uhr Abfahrt Parkplatz Hauptfriedhof, Peter-Nonnenmühlen-Allee / Ecke Stakelberg

9:30 Uhr Abfahrt Theater Rheydt, Odenkirchener Straße 78

11:15 Uhr Führung durch die Ausstellung Rebecca Horn (90 Minuten)

13:00 Uhr Gemeinsame Mittagspause im Café Podest

16:00 Uhr Rückfahrt

Begleitung Dr. Christian Krausch

Preis
71,50 EUR

Mindestteilnehmerzahl 18

Hinweis Der Skulpturenpark Waldfrieden befindet sich in einem Walgebiet mit Hanglage. Es gibt eine kurze Rundtour durch den Park auf asphaltierten Untergrund.

Aufgrund der Lage im Waldgebiet mit teilweise geschotterten Wegen und der Natur des Parks ist jedoch nicht der gesamte Bereich barrierefrei.

Anmeldung ab sofort im Sekretariat des Museumsvereins unter den bekannten Nummern (siehe Impressum).

Bitte überweisen Sie den Kostenbeitrag nach erfolgter Anmeldung auf eines der Konten des Museumsvereins. (CK)



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Aus dem Jahresgabenarchiv: Peter Piller


Peter Piller, Lódz 1–3, 2008, C-Print, 30 x 40 cm (Motiv), 42 x 49 cm (Passepartout), 3 Motive, je 3 Exemplare, datiert, nummeriert, signiert. Preis je Motiv 900 €. Foto: Peter Piller


Seit 1972 gibt der Museumsverein alljährlich Jahresgaben heraus. Jahr für Jahr erhalten die Mitglieder damit eine Anregung, neue Werke der zeitgenössischen Kunst zu erwerben. Es handelt sich um Editionen in kleinen Auflagen von Künstler:innen, die im Laufe des Jahres im Museum Abteiberg eine Ausstellung hatten oder dem Haus über längere Zeit verbunden sind.

Die meisten der früheren Jahresgaben sind lange vergriffen, einige von ihnen wurden wertvolle Stücke in rheinischen und internationalen Sammlungen. Doch auch manches Exemplar ist wider Erwarten noch erhältlich und im Depot des Vereins gelagert. Darunter auch die Arbeit "Lódz 1–3" von Peter Piller aus dem Jahr 2008.

Peter Piller hat für "Lódz 1-3" eine sehr kleine Auflage ausgewählt, die 2008 exklusiv für die Mitglieder des Museumsvereins herausgegeben wurde. Die Fotografien entstanden anlässlich der Ausstellungskooperation des Museums Abteiberg mit dem Muzeum Sztuki in Lódz und dem Instytut Awangardy in Warschau; als Aufnahmen von alltäglichen Situationen, in denen die heutige Gegenwart als eine gebrochene Moderne erscheint. Das Projekt "Porzadki Urojone. So ist es und anders" war von diesem Gedanken bestimmt, sodass die drei Motive von Peter Piller das zentrale Moment dieser Ausstellung darstellen.

Peter Piller gehört zu den meistdiskutierten und -beachteten Künstlern der jüngeren Generation. Seit 2001 baut er ein gigantisch anmutendes Archiv auf, mit unzähligen Presse- und Fundbildern unterschiedlichster Provenienz, sowie eigenen Fotografien und Zeichnungen. Dieses Archiv thematisiert die Gegenwart und wird bestimmt durch typologische Reihen von alltäglichen Situationen und Orten.

Die Serialität, Ähnlichkeit und Austauschbarkeit von scheinbar lokalen Phänomenen treten in diesem Archiv immer wieder in den Vordergrund. Entsprechend zeigen auch "Lódz 1-3" einerseits Impressionen aus der polnischen Gegenwart, andererseits aber auch Schlüsselmotive für weitere (internationale) Typologien. Weitere Informationen finden sich unter www.mv-mg.de/jahresgaben. (CK)


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Museumscafé
Wir helfen, wo wir können


Das gut gelaunte Café Team Barbara Hentschke, Irmtraud Papritz,
Ludolf Kolsdorf, Ingrid Schmitz, Lilo Böhme. Es fehlt: Trude Laier
Foto: Museumsverein


Seit rund 13 Jahren bespielt der Museumsverein das Museumscafé monatlich im Rahmen des ERSTEN SONNTAGS. An diesen Tagen ist der Eintritt in das Museum frei. Ein kleiner Kreis ehrenamtlicher Helfer:innen, darunter Barbara Hentschke, Trude Laier, Irmtraud Papritz, Ingrid Schmitz sowie Ludolf Kolsdorf und andere, empfängt zwischen 12:30 – 17:00 Uhr die Besucher:innen des Hauses mit Kaffee und Selbstgebackenem. Unterstützt wird das Engagement der Mitglieder durch die Konditorei Gingter aus Mönchengladbach, die dem Verein seit 2023 diverse Kuchen zur Verfügung stellt. Wie sich anhand der Besuchszahlen ablesen lässt, stößt dieses Angebot auf sehr reges Interesse.

Jüngst erst hat Lilo Böhme, Urgestein des Ehrenamts, ihren Thekendienst aus Altersgründen niedergelegt. So suchen wir für den Service im Museumscafé weitere ehrenamtliche Helfer:innen aus den Reihen des Vereins, die an den ERSTEN SONNTAGEN das Team tatkräftig unterstützen. Interessenten melden sich bitte in der Geschäftsstelle des Vereins. Oder besuchen Sie uns einfach an einem der nächsten eintrittsfreien Sonntage im Museumscafé.

PS: Haben auch Sie Freude daran, sich ehrenamtlich bei uns zu beteiligen? 
Ob im Café, beim Eintüten der Mitteilungen, in der Museumsbibliothek oder bei anderer Gelegenheit. Melden Sie sich gerne unter info@mv-mg.de. 
Wir freuen uns auf Sie. (CK)


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MG_Artfriends
Programm Juni bis September 2026


Schnippeldisko 2025
Foto: Artfriends


Dritter Donnerstag
18. Juni 2026

POP-UP-PARADISO
Info: siehe unten


Urban Sketching Workshop
24. Juni 2026

Am 24. Juni laden die MG_Artfriends gemeinsam mit dem AStA der Hochschule Niederrhein zu einem weiteren Urban-Sketching-Treffen ein – dieses Mal in Rheydt, rund um das Zuhause der Hochschule Niederrhein.
Durch das Zeichnen nähern wir uns dem Stadtraum gemeinsam an und halten Eindrücke mit Bleistift oder Fineliner fest. Der Fokus liegt auf dem genauen Hinsehen und dem spielerischen Umgang mit Perspektiven und Situationen des Alltags.

Der Workshop richtet sich an alle Interessierten. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Materialien werden vor Ort zur Verfügung gestellt, eigenes Zeichenmaterial kann aber gerne zusätzlich mitgebracht werden.

Treffpunkt: 18:30 Uhr, AStA Café
Preis: Teilnahme kostenfrei


Youtopia
27. Juni 2026

Im Rahmen von Youtopia laden die MG_Artfriends zu einer Aktion rund um die Esel von Rita McBride ein. Im Zuge der geplanten Neugestaltung des Sonnenhausplatzes werden sie den Ort vorübergehend verlassen – ein Anlass, sich gemeinsam zu verabschieden.

Für viele sind die Esel seit Kindheit und Jugend Teil des Stadtbildes und wecken bis heute nostalgische Bezüge. Vor Ort entstehen gestalterische Formate, bei denen die Esel als Motiv aufgegriffen werden.

Weitere Informationen folgen in Kürze.


Dritter Donnerstag
16. Juli 2026


Buchclub

Nach einem großartigen ersten Treffen im Januar geht der Buchclub der MG_Artfriends in die nächste Runde. Im Mittelpunkt steht diesmal dein persönliches Lieblingsbuch: Die Teilnehmenden können ihr All-Time-Favorite mitbringen und vorstellen. Gleichzeitig bleibt Raum für alle, die einfach zuhören und neue Lese-
Inspiration sammeln möchten. Wir stellen uns der Frage, was ein Buch so besonders macht, und tauschen uns in gemütlicher Atmosphäre bei Kaffee, Kakao oder Tee aus.

Treffpunkt: 19:00 Uhr, Museumscafé

Preis: Teilnahme kostenfrei


Dritter Donnerstag
20. August 2026


Schnippeldisko

Am 20. August lädt das Museum in Kooperation mit Slow Food Mönchengladbach erneut zur beliebten Schnippeldisko ein. Gemeinsam mit dem Netzwerk Schnippeldisko wird ein Zeichen gegen Lebensmittelverschwendung und für einen bewussteren Umgang mit Ressourcen gesetzt.

Ab 17:00 Uhr sind alle eingeladen, selbst aktiv zu werden: Aus gerettetem Gemüse entsteht durch gemeinsames Schnippeln ein frisch zubereitetes Abendessen, das anschließend im Museumscafé serviert wird.

Für die musikalische Begleitung ist ebenfalls gesorgt – wer den Abend begleitet, wird noch bekannt gegeben.

Treffpunkt: ab 17:00 Uhr, Museumscafé

Preis: Teilnahme kostenfrei, Spenden sind willkommen.


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Dritter Donnerstag

18. Juni 2026

Pop-UP-Paradiso / CaféKonzert #9
Memory Lane – Acoustic Duo



Zwei Menschen, ein Sound, ein Duo – und ganz viel Gefühl: Memory Lane bringt Musik zurück zu ihrem reduzierten Kern. Sängerin Nina de Almeida und Gitarrist Timo Brauwers erschaffen mit Stimme und Gitarre eine überraschend vielschichtige Klangwelt – intensiv, ehrlich und ganz ohne große Besetzung.

Was entsteht, ist mehr als ein Duo! Durch außergewöhnliches Gitarrenspiel und ausdrucksstarken Gesang verschmelzen mehrere Klangebenen zu einem vollen, berührenden Sound. Jeder Song wird zu einer Reise – mal leise und zerbrechlich, mal kraftvoll und mitreißend.

Neben gefühlvollen Neuinterpretationen bekannter Songs präsentiert Memory Lane eigene Stücke, die persönliche Geschichten erzählen und zeitlose Emotionen einfangen.

Warme Akustikklänge, subtile Percussion und eine besondere Atmosphäre laden ein zum Innehalten – wie ein Spaziergang durch Erinnerungen, die nachklingen.

Ein Abend zum Zuhören, Fühlen und Eintauchen.
(UHI)

Einlass ins Museumscafé ab 19:00 Uhr
Konzertbeginn ca. 19:30 Uhr

Die Pop-Up-Paradiso Café Konzerte sind eine Veranstaltung des Museumsvereins Abteiberg e. V.

Zu allen Veranstaltungen im Museum haben MG_Artfriends, Vereinsmitglieder und alle unter 19 Jahren freien Eintritt. Ansonsten gilt der  reguläre Museumseintritt (9,- € bzw. erm. 7,- €).


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Übrigens ...


Richard Serra, Outside, 1969, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Ruth Kaiser

... plant der Förderkreis im Museumsverein einen Besuch der Ausstellung am 11. Juli 2026. Katleen Rahn, Direktorin des Museums Marta Herford, wird die Gruppe führen. Interessierte, auch Nichtmitglieder des Förderkreises, können sich in der Geschäftsstelle des Vereins unter 021 61 – 25 26 47 oder info@mv-mg.de melden. (CK)


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Sammlung unterwegs
Mindset Los Angeles: Frank Gehry, the Cool School and its Echoes
27. Juni 2026 bis 10. Januar 2027


Donald Judd, Ohne Titel, 1974; Ulrich Rückriem, Holz, ergänzt, 1971/73, Ausstellungsansicht "Von da an" im Museum Abteiberg, 2017, © VG Bild-Kunst, Bonn 2026, Foto: Achim Kukulies


Das Museum Abteiberg freut sich sehr, zwei Werke aus seiner Sammlung an das Marta 
Herford für die kommende Ausstellung "Mindset Los Angeles: Frank Gehry, the Cool School and its Echoes" (27. Juni 2026 – 10. Januar 2027) leihen zu können. Zum einen wird Richard Serras Neonarbeit "Outside" (1969) Teil der Ausstellung sein, eines von lediglich zwei Werken des Künstlers, die ausschließlich aus Neonröhren gefertigt sind und die dank dieser Materialität einen besonderen Stellenwert in seinem Schaffen einnehmen. Zum anderen wird ein Objekt der Minimal Art von Donald Judd gezeigt, das zu seinen berühmten „Stacks“ gehört. "Ohne Titel" (1974) besteht aus zehn gleich großen Edel
stahlkästen mit rotviolettem Plexiglas, die in gleichmäßigem Abstand vertikal gestapelt an der Wand angebracht sind und Judds Interesse widerspiegeln, Kunst in Architektur zu integrieren.

Gehrys Denken und Bauen ist untrennbar mit Los Angeles und der dortigen Kunstszene verbunden. Die Ausstellung beleuchtet seine frühe künstlerische Prägung, die zu seinem revolutionären Architekturverständnis führte. Das freigeistige Umfeld der "Cool School" – seit Ende der 1950er Jahre ein Schmelztiegel aus Materialexperimenten und Beat-Literatur – bildete den Nährboden für einen lebendigen kunst- und architekturübergreifenden Dialog. Die Schau im Marta Herford versammelt diese Impulse und öffnet den Blick auf ikonische Werke der amerikanischen Nachkriegskunst und ihre Nachwirkungen.

Zu den ausgestellten Künstler:innen zählen: Billy Al Bengston, John Altoon, Carl Andre, John Baldessari, Larry Bell, Wallace Berman, John Chamberlain, Judy Chicago, Frank Gehry, David Hockney, Robert Irwin, Donald Judd, Craig Kauffman, Corita Kent, Edward Kienholz, Claes Oldenburg/Coosje van Bruggen, Ken Price, Robert Rauschenberg, Deborah Remington, Ed Ruscha, Richard Serra, Pae White u. a. (SG/FR)


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August Macke – Ernte
Zeichnung von August Macke kehrt nach Mönchengladbach zurück


August Macke, Ernte, 1911, Wachskreide auf Transparent-Zeichenpapier, 62,1 x 47,7 cm, neben Ernst Barlachs Kopf des Güstrower Ehrenmals, 1927 (1938), Installationsansicht Studienraum Provenienzforschung im Museum Abteiberg, 2026. Foto: Achim Kukulies


Die Sammlung des Museums Abteiberg darf sich über eine besondere Rückkehr freuen: Die Zeichnung "Ernte" des Expressionisten August Macke konnte dank Förderung des Ministeriums für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen und der Kulturstiftung der Länder wiedererworben werden. Das Kunstwerk war 1928 Teil der Mönchengladbacher Walter Kaesbach Stiftung; 1937 beschlagnahmten es die Nationalsozialisten im damaligen Städtischen Museum als "Entartete Kunst".

Mackes Zeichnung, die 1911 in Kandern im Schwarzwald entstand und das Motiv der Heuernte zeigt, hat einen besonderen Stellenwert im Gesamtwerk des Expressionisten: Die Motivik aus dem ländlich-agrarischen Bereich ist in Mackes Œuvre im Verhältnis zu Motiven aus dem Stadtraum eine Besonderheit. Die ungewöhnlich großformatige Zeichnung ist eine Vorarbeit für das verschollene Gemälde "Ernte"; die vollständig ausgeführte bildraumfüllende Zeichnung mit ihrer einnehmenden Dynamik kann jedoch als ein autonomes Kunstwerk innerhalb des umfangreichen zeichnerischen Werks von August Macke betrachtet werden.

1922 stiftete der gebürtige Mönchengladbacher Walter Kaesbach (1879–1961) seine Expressionismus-Sammlung mit Kunstwerken von Lyonel Feininger, Erich Heckel, Heinrich Nauen, Emil Nolde und Christian Rohlfs an seine Heimatstadt und legte damit den Grundstein für ein Museum der Gegenwartskunst. Zunächst ging die Stiftung an einen eigens gegründeten Kunstverein; 1928 folgte schließlich die Schenkung an die Stadt Mönchengladbach. Zu den insgesamt 76 Werken gehörten nun auch Arbeiten von Künstlern wie Ernst Ludwig Kirchner, Wilhelm Lehmbruck und August Macke mit dessen nun wiedererworbener Zeichnung – einem Geschenk des jüdischen Fabrikanten, Sammlers und Kunstmäzens Alfred Hess. Unterstützt von Alfred Hess hatte Kaesbach den Expressionismus im Städtischen Museum in Erfurt etabliert, das er seit 1920 leitete. 1924 wurde Kaesbach Direktor der Kunstakademie Düsseldorf, wo er die Lehre der künstlerischen Avantgarde maßgeblich prägte. 1933 enthoben ihn die Nationalsozialisten seines Amtes.

Im Zuge der NS-Aktion "Entartete Kunst" wurde 1937 der Großteil der Kunstwerke aus Kaesbachs Stiftung in Mönchengladbach beschlagnahmt. Viele Werke gelten bis heute als verschollen.

Mackes Werk wurde zunächst im Schloss Schönhausen in Berlin aufbewahrt, wo die Nationalsozialisten "international verwertbare" Kunstwerke lagerten. 1939 erwarben es die Sammler Emanuel und Sofie Fohn, Rom/München, im Bildertausch vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda, bis Sofie Fohn es 1958 auf dem Kunstmarkt verkaufte. Danach wechselte die Zeichnung mehrfach die Eigentümerschaft über Stationen im Kunsthandel und in privaten Sammlungen im In- und Ausland. Zuletzt konnte das Werk bis zur Erwerbung durch das Museum 2024 dank der Hilfe von Dr. Michael Reisen-Hall, Mönchengladbach, vor einem erneuten Weiterverkauf gesichert werden.

Das Museum erforscht seit vielen Jahren die Geschichte der Kaesbach-Stiftung und der während der NS-Zeit verlorenen Werke. 2022 widmete sich die Ausstellung 100 Jahre Stiftung Walter Kaesbach. Expressionismus am Museum Abteiberg diesem Thema und präsentierte die 1937 im Museum verbliebenen sowie die später zurückerworbenen Werke der Stiftung. Zur Erforschung verschollener Werke kooperiert das Museum mit der Forschungsstelle "Entartete Kunst" am Institut für Kunstgeschichte der Freien Universität Berlin unter Leitung von Meike Hoffmann.

Seit dem 23. April 2026 ist die Zeichnung im Studienraum Provenienzforschung in der aktuellen Sammlungsausstellung im Museum Abteiberg zu sehen. Der Studienraum entstand 2022 in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und erläutert unter anderem die Hintergründe der NS-Aktion "Entartete Kunst". In diesem Kontext wird nun auch die Zeichnung Ernte mit ihrer bewegten Objektbiografie präsentiert. (SG)


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Art, Architecture and the City. Hans Hollein's Masterpiece
Sonntag, 28. Juni, 12:00 – 18:00 Uhr

Präsentation des neuen Buchs von Eva Branscome zur Geschichte des Museums Abteiberg in Kooperation mit der Baukunstklasse der Kunstakademie Düsseldorf. Symposium und Führungen im Vortragssaal,
in den Museumsräumen und um das Museum herum.


Durchstich, 2025. Foto: Museum

Das 1982 eröffnete Museum Abteiberg in Mönchengladbach wurde seinerzeit für seine innovative Beziehung zur Stadt gelobt und führte dazu, dass der Architekt und Künstler Hans Hollein 1985 den Pritzker-Preis erhielt. Das Buch von Eva Branscome beleuchtet dieses einflussreiche Gebäude, das zu einem Pilgerort der Kunst und der Architektur wurde, aus einer neuen Perspektive.

Eva Branscome ist Professorin für Architektur und Kulturerbe an der Bartlett School of Architecture, University College London. Ihre Forschung zum Museum Abteiberg, die in den vergangenen Jahren maßgeblich von der Gerda Henkel Stiftung gefördert wurde, versteht die Rolle eines Kunstmuseums als die eines "kulturellen Scharniers", das mit seiner Architektur und seinen Objekten eine Verbindung zur umgebenden Stadt eingehen will. Branscome untersucht die damals neuen Begriffe von Kunst- und Institutionskritik, die sich auf die Architektur des Museums Abteiberg auswirkten, sowohl die Ablehnung der chronologischen Erzählung von Kunstgeschichte, als auch das Ideal einer Verbindung des Museums zur Stadt und ihrer Gesellschaft. Viele der Ideen, die in diesem Gebäude erstmals umgesetzt wurden, haben die Museumsarchitektur damals verändert und sind bis heute aktuell gebliebene Aufforderungen zu einer neuartigen Museumspraxis.

Die Veranstaltung wird realisiert gemeinsam 
mit der Klasse Baukunst der Kunstakademie Düsseldorf, wo Hans Hollein von 1967 bis 1976 
lehrte. Die Gäste aus Wien und London sind die Kinder der damaligen Zeit: Sie diskutieren sowohl aus eigenem Erleben als auch in aktueller Neubetrachtung die architektonischen Visionen von Hans Hollein, von Ron Herron und der Gruppe Archigram und von Alvin Boyarsky, dem einflussreichen Direktor der Londoner AA Architectural Association 1971-1990. (ST)

12:00 Uhr Begrüßung
Felix Heinrichs
Oberbürgermeister der Stadt Mönchengladbach
Andreas Beyer
Stellvertretender Vorsitzender des Kuratoriums der Gerda Henkel-Stiftung
Prof. Ordinarius emeritus für Kunstgeschichte der Universität Basel
Lilli Hollein
Direktorin des MAK Museum für Angewandte Kunst, Wien
Susanne Titz mit Thomas Kröger und Inge Vinck, Direktorin Museum Abteiberg / Professor:innen der Klasse Baukunst an der Kunstakademie Düsseldorf

12:30 Uhr
Eva Branscome: Art, Architecture and the City. Hans Hollein’s Masterpiece
Vorstellung der Publikation in deutscher Sprache

13:30 Uhr
Pause im Museumscafé und auf der
Caféterrasse

14:30 Uhr Gespräch 1
Nicholas Boyarsky und Eva Branscome
Inventing the Postmodern
Recording Alvin Boyarsky (in Conversation with Hans Hollein) moderiert von Susanne Titz,
in englischer Sprache

15:15 Uhr Gespräch 2
Simon Herron, Suzanne Isa, Thomas Kröger und Inge Vinck
Timeliness and Currentness of an Anti-Museum Architecture
moderiert von Eva Branscome, in englischer Sprache

16:00 Uhr
Pause im Museumscafé und auf der
Caféterrasse

16:30 Uhr
Ortsbesichtigungen mit den eingeladenen Gästen / guided tours with the invited speakers

A.) Eva Branscome & Lilli Hollein (Deutsch)
B.) Simon Herron & Inge Vinck (Englisch)
C.) Suzanne Isa & Thomas Kröger (Englisch)
D.) Nicholas Boyarsky & Sarah Borree & Susanne Titz (Englisch/Deutsch)

max. 15 Personen pro Tour

Anmeldungen ab sofort per Email an mail@museum-abteiberg.de, Betreff: "Hollein Tour"


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Programm im Überblick

(unter Vorbehalt – abweichende Informationen folgen digital und/oder per gesonderter Einladung)


I. Exkursionen

26. Juni 2026
Tagesfahrt zum Skulpturenpark Waldfrieden Wuppertal
Rebecca Horn
- Emotion in Motion

II. Ausstellungsgespräche / Führungen

jeweils sonntags 11:30 Uhr
Treffpunkt: Museumsfoyer

14. Juni 2026
Grant Mooney
mit Tamara Herbers

21. Juni 2026
Das ist doch keine Kunst – über polarisierende Werke
mit Tamara Herbers

12. Juli 2026
Grant Mooney
mit Tamara Herbers


19. Juli 2026
Freundschaft auf Zeit: Sigmar Polke und Gerhard Richter
mit Corinna Greven

16. August 2026
Eine experimentelle Kunstreise
Führung für seh-eingeschränkte, blinde und sehende Menschen
mit Tamara Herbers


III. Ausstellungen


Sammlung/Archiv Andersch
Feldversuch # 5: Saito – Ay-O
20. November 2025 – 22. November 2026

Grant Mooney
sum
29. März – 20. September 2026

IV. Kurse

21. bis 24. Juli 2026
11:00 bis 13:00 Uhr
Malerei-Workshop
6 bis 11 Jahre

28. bis 31. Juli 2026
11:00 bis 13:00 Uhr
Wearable Sculptures
Tragbare Kunstwerke gestalten
6 bis 11 Jahre

25. bis 28. August 2026
11:00 bis 13:00 Uhr
Kunstwerkstatt
6 bis 11 Jahre

21. bis 24. Juli 2026
14:00 bis 16:45 Uhr
Malerei-Workshop
ab 12 Jahren

28. bis 31. Juli 2026
14:00 bis 16:45 Uhr
Future Visions
Deine Geschichte aus der Zukunft
ab 12 Jahren

25. bis 28. August 2026
14 bis 16:45 Uhr
Kunstwerkstatt
ab 12 Jahren

2. August 2026
11:00 bis 17:00 Uhr
Podcast: Junge Kunst?
6-teiliger Audio-Workshop
mit Saskia Schmitt

weitere Termine und Anmeldung auf
www.museum-abteiberg.de


IV. Weitere Veranstaltungen

7. Juni 2026
Erster Sonntag (Eintritt frei)
Programm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Service im Museumscafé durch ehrenamtliche Mitglieder des Vereins

18. Juni 2026
Dritter Donnerstag
bis 22:00 Uhr geöffnet

18. Juni 2026
Museumscafé ab 19:30 Uhr
Pop-UP-Paradiso/Café Konzert # 9
Memory Lane – Acoustic Duo

18. Juni 2026
Malklasse 18:00 bis 21:00 Uhr
Abendakademie
Bilder finden
mit Franziska Schmitz

28. Juni 2026
12:00 – 18:00 Uhr
Buchpräsentation, Symposium und Führungen
Art, Architecture and the City. Hans Hollein’s Masterpiece
Vorstellung der neuen Publikation von Eva Branscome zur Geschichte des Museums Abteiberg

5. Juli 2026
Erster Sonntag (Eintritt frei)
Programm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
Service im Museumscafé durch ehrenamtliche Mitglieder des Vereins

16. Juli 2026
Dritter Donnerstag
bis 22:00 Uhr geöffnet

16. Juli 2026
ab 19:00 Uhr, Museumscafé

MG_Artfriends
Buchclub

2. August 2026
Erster Sonntag (Eintritt frei)
Programm für Kinder,
Jugendliche und Erwachsene
Service im Museumscafé durch ehrenamtliche
Mitglieder des Vereins

20. August 2026
Dritter Donnerstag
bis 22:00 Uhr geöffnet

20. August 2026
ab 17:00 Uhr, Museumscafé

MG_Artfriends
Schnippeldisko


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Städtisches Museum Abteiberg Mönchengladbach

Öffnungszeiten des Museums

Dienstag - Freitag 11:00 - 17:00 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag 11:00 - 18:00 Uhr
Erster Sonntag im Monat: 11:00 – 18:00 mit freiem Eintritt
Dritter Donnerstag im Monat: 11:00 - 22:00 Uhr

Museumscafe
Stundenweise geöffnet am "Ersten Sonntag" im Monat

Skulpturengarten:

Öffnungszeiten wie Museum, zusätzlich Montags geöffnet, freier Eintritt

Bei Schnee und Eis bleibt der Skulpturengarten aus Sicherheitsgründen  geschlossen.

Museumsverein

Die Mitgliedschaft beinhaltet freien Eintritt zu allen Museen in Mönchengladbach, Informationen und Einladungen zu allen Aktivitäten von Museum und Museumsverein, freien Eintritt zu den Veranstaltungen, Bezug der Mitteilungen, Berechtigung zur Teilnahme an Exkursionen und zum Erwerb der Jahresgaben.

Mitgliedschaft Jahresbeitrag (seit 2023)

Einzelmitglied: 55 Euro
Paare, Familien: 80 Euro
Ermäßigter Beitrag: 20 Euro
Firmenbeitrag: 400 Euro

Die Mitgliedschaft beinhaltet freien Eintritt in alle Museen in Mönchengladbach, Informationen und Einladungen zu allen Aktivitäten von Museum und Museumsverein, freien Eintritt zu den Veranstaltungen, Bezug der Mitteilungen, Berechtigung zur Teilnahme an Exkursionen und zum Erwerb der Jahresgaben.

Für ambitionierte Mitglieder besteht zudem die Möglichkeit, im Förderkreis das Museum engagiert beim Ankauf von Kunst zu unterstützen.

Förderkreisbeiträge 250 bis 1000 Euro


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Impressum


Herausgeber:
Museumsverein Abteiberg e. V.

Anschrift:

Museumsverein Abteiberg e. V.
Abteistraße 27 / Johannes-Cladders-Platz
41061 Mönchengladbach

Telefon: +49 (0)2161 / 2526 - 47
Telefax: +49 (0)2161 / 2526 - 59
Hotline: +49 (0)177 / 7368528 (bei Tagesfahrten)

Öffnungszeiten:

Montag bis Donnerstag 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr
sonst Anrufbeantworter

Redaktion:

Sarah Golka (SG), Uwe Hillekamp (UHI), Dr. Christian Krausch (CK), Dr. Felicia Rappe (FR), Henrike Robert (HR), Elena Thißen (ET), Susanne Titz (ST)


Gestaltung der Print-Ausgabe/des PDF: Adeline Morlon

Geschäftsführer: Dr. Christian Krausch

Inhaltlich Verantwortlicher gemäß § 55 Abs. 2 RStV: Dr. Christian Krausch (Anschrift wie oben)

E-Mail-Adresse: info@mv-mg.de

Amtsgericht Mönchengladbach, Vereinsregister: Nr. 825

Umsatzsteueridentifikationsnummer: DE 121 5786 0072


Bankverbindungen
Stadtsparkasse Mönchengladbach


IBAN: DE44 3105 0000 0000 0610 10
SWIFT-BIC: MGLSDE33

Gladbacher Bank

IBAN: DE89 3106 0181 0003 5970 16
SWIFT-BIC: GENODED1GBM


Vorstand des Museumsvereins Abteiberg e.V.:

Dr. Carsten Christmann (Vorsitzender)
Uwe Hillekamp
Irma Kurtsiefer
Dirk Kniebaum
Susanne Titz


Ehrenvorstand des Museumsvereins Abteiberg e.V.:

Prof. Dr. Johannes Cladders †

Beirat des Museumsvereins Abteiberg e.V.:

Eva Caroline Eick
Dr. Detlef Irmen
Prof. Dr. Frank Jebe
Kathrin Jentjens
Charlotte Lorenz
Christoph Simonsen


MG_Artfriends Sprecherin

Elena Thißen
E-Mail: mg_artfriends@mv-mg.de


Online-Ausgabe:

Thomas W. Kuhn


Die Verantwortung für Vorträge und Veranstaltungen trägt das Museum.

In den freien Beiträgen kommen die persönlichen Ansichten der Verfasser zum Ausdruck.


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Weitere Texte:

Cladders-Symposium 2009

Positionspapier des Museumsvereins Mönchengladbach e.V zum Thema "Integriertes Handlungskonzept MG-Innenstadt", 2018
PDF-Dokument

Abteiberg Impulse